Pflegestufen

Nach § 15 SGB XI werden drei Pflegestufen unterschieden. Um Leistungen der Pflegeversicherung erhalten zu können, müssen pflegebedürftige Personen einer dieser Stufen zugeordnet sein.

Pflegestufe I (erheblich Pflegebedürftige):

Zu dieser Stufe zählen Personen, "die bei der Körperpflege, der Ernährung oder der Mobilität für wenigstens zwei Verrichtungen aus einem oder mehreren Bereichen mindestens einmal täglich der Hilfe bedürfen und zusätzlich mehrfach in der Woche Hilfen bei der hauswirtschaftlichen Versorgung benötigen." (§ 15 Absatz 1 SGB XI)

Wöchentlich müssen im Tagesdurchschnitt für die notwendige Unterstützung zumindest 90 Minuten aufgewendet werden. Der zeitliche Aufwand für die Grundpflege muss davon mehr als 45 Minuten betragen (vgl. § 15 Absatz 3 SGB XI).

Pflegestufe II (Schwerpflegebedürftige):

Dieser Stufe werden Personen zugeordnet, "die bei der Körperpflege, der Ernährung oder der Mobilität mindestens dreimal täglich zu verschiedenen Tageszeiten der Hilfe bedürfen und zusätzlich mehrfach in der Woche Hilfen bei der hauswirtschaftlichen Versorgung benötigen." (§ 15 Absatz 1 SGB XI)

Der durchschnittliche tägliche Zeitaufwand für die Hilfe muss sich in dieser Stufe auf mindestens drei Stunden belaufen, wovon zumindest zwei Stunden für die Grundpflege aufgewendet werden müssen (vgl. § 15 Absatz 3 SGB XI).

Pflegestufe III (Schwerstpflegebedürftige):

Hier werden Personen eingestuft, "die bei der Körperpflege, der Ernährung oder der Mobilität täglich rund um die Uhr, auch nachts, der Hilfe bedürfen und zusätzlich mehrfach in der Woche Hilfen bei der hauswirtschaftlichen Versorgung benötigen." (§ 15 Absatz 1 SGB XI)

Für die Zuordnung zu dieser Pflegestufe müssen für die Unterstützung durchschnittlich pro Tag mindestens fünf Stunden aufgebracht werden. Der zeitliche Aufwand für die Grundpflege muss davon mindestens vier Stunden betragen (vgl. § 15 Absatz 3 SGB XI).

Diese zeitlichen Vorgaben, nach denen die Einstufung durch den MDK erfolgt, bemessen sich daran, wie lange ein Angehöriger oder eine andere Person, die keine Ausbildung als professionelle Pflegekraft besitzt, für die notwendige Grundpflege und die Unterstützung im Haushalt benötigt.

Darüber hinaus gibt es eine Härtefallregelung, die von Pflegebedürftigen mit der Pflegestufe III mit einem außergewöhnlich hohen Bedarf an Pflege beansprucht werden kann. Für die Anerkennung als Härtefall gibt es bestimmte Voraussetzungen:

  • Die Grundpflege, also die Hilfe bei der Körperpflege, der Ernährung oder der Mobilität, muss mindestens sechs Stunden täglich und davon zumindest dreimal in der Nacht notwendig sein.
  • Bei pflegebedürftigen Personen in vollstationären Einrichtungen muss auch die auf Dauer bestehende medizinische Behandlungspflege beachtet werden.
  • Eine Anerkennung als Härtefall ist ebenso dann möglich, wenn die Grundpflege auch in der Nacht nur von mehreren Pflegepersonen gleichzeitig geleistet werden kann. Dabei muss bei wenigstens einer Verrichtung am Tag und in der Nacht neben einer professionellen Pflegekraft zumindest eine weitere Pflegeperson, z. B. ein Angehöriger, für die Ausführung der Pflege erforderlich sein

Erhalten Pflegebedürftige die Anerkennung als Härtefall, sind nach § 36 und § 43 SGB XI höhere Sachleistungsbeträge durch die Pflegeversicherung möglich. Jedoch gibt es dabei eine gesetzliche Beschränkung, sodass nur drei Prozent der Pflegebedürftigen mit Pflegestufe III, die zu Hause gepflegt werden, und fünf Prozent derjenigen, welche stationäre Pflege im Pflegeheim erhalten, als Härtefall anerkannt werden dürfen (vgl. § 36 Absatz 4 SGB XI und § 43 Absatz 3 SGB XI).

Der sogenannten "Pflegestufe 0" werden Personen zugeordnet, die erheblich in ihrer Alltagskompetenz eingeschränkt sind und zwar einen Bedarf an Grundpflege und hauswirtschaftlicher Versorgung haben, jedoch nicht in dem Umfang der Pflegestufe I. Dies trifft häufig auf demenzkranke Personen zu, die aufgrund ihrer Erkrankung einen erheblichen allgemeinen Beaufsichtigungs- und Betreuungsbedarf haben, jedoch zunächst keiner Pflegestufe zugeteilt werden, da sie körperlich oft noch gesund sind.

Siehe auch Ratgeber Demenz

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