Weglauftendenz bei Demenzkranken

Vor allem im mittleren Stadium der Krankheit zeigt sich ein ausgeprägter Bewegungsdrang. Dieser äußert sich besonders durch innere Anspannung oder Nervosität, die durch die krankhafte Veränderung im Gehirn hervorgerufen werden. Außerdem ist das Bewegen und Gehen für Demenzkranke von besonderer Bedeutung, da es eine der wenigen Tätigkeiten ist, die die Betroffenen noch selbstständig ausführen können. Mit dem Gehen verspüren die Demenzkranken eine gewisse Entscheidungsfreiheit, die ihr Selbstwert- und Körpergefühl stärkt und sich positiv auf die Stimmung der Person auswirkt.

Eine Weglauftendenz ist dann ganz besonders hoch, wenn ein Umgebungswechsel stattgefunden hat. Der Betroffene verlässt auf der Suche nach seiner vertrauten Umgebung das Haus und findet nicht wieder zurück. Weitere Gründe für das Verlassen der Wohnung können auch sein, dass der Demenzkranke auf der Suche nach einem Gegenstand, nach einem Menschen aus der Vergangenheit oder allgemein nach Sicherheit und Geborgenheit ist. Nicht alle "Ausflüge" laufen glimpflich ab. Gefahren des "Weglaufens" können Verletzungen, Raub oder Fremdgefährdung sein. Daher besteht die schwierige Entscheidung für Angehörige, ob man die demenzkranke Person aus Sicherheitsgründen einschließen sollte oder nicht.

Leider wirkt sich das Einschränken der Bewegungsfreiheit eher negativ auf den Gemütszustand des Betroffenen aus. Ein Demenzkranker versteht das Eingeschlossensein als unverständliche Strafe oder Bedrohung und reagiert mit Wut oder Panik. Aus diesem Grund sollten erst die folgenden "sanften" Möglichkeiten ausprobiert werden.

Besonders wichtig ist, dass man Demenzkranke vom Autofahren abhält, da das Unfallrisiko extrem hoch ist.

So können Sie verhindern, dass der kranke Mensch unbemerkt das Haus verlässt:

  • Verbergen der Haustür hinter einem Vorhang oder Wandschirm
  • Klangspiele an der Tür, die anzeigen, dass die Tür geöffnet wird
  • Auslegen einer Fußmatte mit einem Signalgeber, der etwa als Türglocke im Haus ertönt, wenn jemand die Matte betritt

So finden Sie die erkrankte Person möglichst schnell wieder:

  • Informieren Sie Nachbarn und Geschäftsinhaber der Gegend über die Krankheit der/des Pflegebedürftigen
  • Lassen Sie die kranke Person Armbänder oder Ketten tragen, auf denen die Telefonnummer steht. Auf die Angabe der Adresse sollte allerdings verzichtet werden, um einem möglichen Ausrauben der Wohnung vorzubeugen
  • Halten Sie mehrere aktuelle Fotos der erkrankten Person bereit (für Polizei, Nachbarschaft).

(Quelle: Bundesgesundheitsministerium "Wenn das Gedächtnis nachlässt. Ratgeber - von der Diagnose bis zur Betreuung"
Link: https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/dateien/Publikationen/Pflege/Broschueren/Broschuere_Wenn_das_Gedaechtnis_nachlaesst_Januar_2013.pdf
Stand: 06/2013)

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